Verschlimmbesserung

Im Oktober 2019 war im Affolter Anzeiger folgendes zu lesen:

Stadt Affoltern am Albis wechselt zu Dialog

Nach der Submission im Rahmen des selektiven Verfahrens hat sich die Stadt Affoltern am Albis in Zusammenarbeit mit einem externen Beratungsunternehmen für einen Wechsel zu Dialog entschieden. Sie beschafft für Ihre Verwaltung unsere umfassende Softwarelösung inklusive IT-Betriebserneuerung.

Die einfache Handhabung, die hohe Durchgängigkeit und die umfangreichen Funktionalitäten unserer Gesamtlösung haben wir bei zwei Terminen in Form von live Präsentationen aufgezeigt. Die hervorragenden Service- und Supportdienstleistungen wurden der Stadt Affoltern am Albis von langjährigen Kunden im Rahmen von Referenzauskünften bestätigt. Im Rahmen des Umstellungsprojektes übernehmen wir sämtliche Daten aus allen Fachbereichen und führen persönliche Schulungen vor Ort durch. Unsere IT-Abteilung übernimmt den Ersatz der notwendigen Server in Form der Local Cloud und ersetzt mehr als hundert Arbeitsplätze. Für Hard- und Software ist Dialog zentraler Ansprechpartner für die Stadtverwaltung.

Unsere innovativen Produkte stärken die Stadt Affoltern als attraktive und moderne Arbeitgeberin. Wir schaffen die beste Ausgangslage, damit die Verwaltungsangestellten den mehr als 12’000 Einwohnerinnen und Einwohnern den besten Service bieten können. Das entgegengebrachte Vertrauen des bisher grössten Kunden im Kanton Zürich spornt uns zu Höchstleistungen an. Die Stadt Affoltern am Albis wird von unseren Produkten und Dienstleistungen begeistert sein.“

Soviel zur Theorie, wie sieht es in der Praxis aus?

Eine der wichtigsten Schnittstellen zwischen Einwohnern und Gemeinde ist das Steueramt. Dazu gab es früher eine perfekte Lösung namens „e-Gov box“. Dort konnte auf elektronischem Weg z.B. eine Fristverlängerung eingegeben werden, Einzahlungsscheine bestellt werden, es gab eine Kontoübersicht, …

Das alles gibt es jetzt nicht mehr! Mag ja sein, dass die Stadt von dieser innovativen Software begeistert ist – ich bin es ganz sicher nicht!

Wenn ich etwas Funktionierendes ersetze, dann nur durch etwas, das besser ist als das Bestehende. Doch es scheint, als hätte meine Partnerin recht, wenn sie mir immer wieder erklärt, ich dürfe nicht von mir auf andere schliessen! Schon gar nicht auf unsere Stadtverwaltung…

Eine Viertelmillion…

… für was genau?

Seit Jahren schon war ein Veloabstellplatz hinter dem Bahnhof ein Thema. Immer wieder wurde betont, dass Affoltern a.A. dort unbedigt einen Veloabstellplatz errichten muss.
Letztes Jahr war es dann so weit – für +/- eine Viertelmillion Franken wurde der Abstellplatz für die Zweiräder gebaut.
Was in der langen Vorbereitungszeit aber offenbar nicht gemacht wurde – abgeklärt, ob es diesen Veloabstellplatz wirklich braucht!
Wie sonst lassen sich diese Bilder von mehreren Tagen zu unterschiedlichen Tageszeiten erklären?

Die Bilder stammen vom Oktober/November letzten Jahres, es schaut jedoch bis heute nicht besser aus.

Soeben (24.5.2021) habe ich gelesen: Die Kreditabrechnung zeigt nun Erstellungskosten von Fr. 201’855.–
Die Viertelmillion war also definitiv falsch! Doch auch CHF 201’855.00 sind CHF 201’855.00 zu viel für ein ungenutztes Angebot!