Seewadel und Gesundheitspolitik

Die Gesundheitspolitik in der Schweiz hat schon vor vielen Jahren einen unheilvollen Weg eingeschlagen, als sie sich für den Profit entschied und nicht für die Gesundheit für Alle.

Wenn ein Gesundheitspolitiker aus dieser Ära mit seiner Erfahrung nun vor einer Fehlplanung warnt, dann läuten bei mir sämtliche Alarmglocken. Und dies ganz offensichtlich zu Recht, wie der Leserbrief «Steuergelder in den Sand setzen!» von Toni Bortoluzzi beweist.

Zugegeben, ich habe an der Tiefgarage auch keine Freude. Zugegeben, ich kann auch schwer nachvollziehen, wieso ein zusätzliches Pflege-Stockwerk halb so viel kostet, wie vorher der ganze Bau. Zugegeben, mit dem Wechsel von Holz- auf Betonbau wird an der falschen Stelle gespart.

Das Provisorium macht jedoch durchaus Sinn. Oder fänden Sie es unternehmerisch und menschlich sinnvoll und vertretbar, die Bewohnerinnen und Bewohner des Seewadels auf umliegende Institutionen zu verteilen und das Personal runterzufahren? Nur um nach der Fertigstellung des Ersatzneubaues festzustellen, dass das Vertrauen in den Seewadel verschwunden ist und qualifiziertes Personal wie heute kaum mehr zu finden ist?

Freie Plätze im Sonnenberg? Damit meint Bortoluzzi wohl die leeren Mehrbett-Zimmer im Haus Rigi. Einerseits hat es davon zu wenig und anderseits sind diese in einem noch schlechteren Zustand als im Seewadel. Wieso wohl sind sie leer?

Seit dem Jahr 2000, also schon seit bald 20 Jahren, ist das Seewadel ein Thema! Auch eine Renovation wurde vor ca.10 Jahren vom damaligen Gemeinderat geprüft und wieder verworfen, der dafür bestimmte Kredit an der Gemeindeversammlung abgeschrieben. Und nun soll plötzlich wieder eine Renovation problemlos möglich sein? Das zeugt von wenig vertiefter Beschäftigung mit dem Thema. Eher davon, dass die alte Tradition des Verhinderns im Säuliamt ums Überleben kämpft.

Dass dieser Kampf je länger, desto aussichtloser ist, hat der Kantonsrat in Sachen Umfahrung Ottenbach eindrücklich gezeigt. Und ich bin überzeugt, dass die Affoltemer Stimmberechtigten am 9. Februar nachziehen werden!