Spital Affoltern am Albis 5

Zur Abstimmungsempfehlung des Stadtrates Affoltern am Albis

Zur Zeit könnte der Eindruck entstehen, die Abstimmungsempfehlung des Stadtrates Affoltern am Albis („Ja“ zur Auflösung des Zweckverbandes, „Nein“ zur Spital AG, „Nein“ zur IKA Langzeitpflege) sei eine Empfehlung an das ganze Säuliamt.
Das ist definitiv nicht so!
Die Adressaten dieser Empfehlung sind die Einwohner von Affoltern am Albis. Sie leiden schon seit Jahren unter dem höchsten Steuerfuss im Amt. Es gehört zu den Pflichten eines verantwortungsvollen Stadtrates, diese Steuerlast nicht ins Uferlose wachsen zu lassen. Und genau diesen Pflichten ist er mit seiner Empfehlung nachgekommen.
Nachdem der Stadtpräsident endlich keine zwei Hüte mehr mit gegensätzlichen Interessen vertreten muss, kann er sich auf seine Aufgabe besinnen. Nämlich seine ganze Aufmerksamkeit und die des restlichen Stadtrates zum Wohle der Stadt einzusetzen.
Sicher war es ein Fehler, als Gemeindepräsident von Affoltern am Albis auch das Amt des Betriebskommissionspräsidenten des Spitals zu übernehmen. Die Interessenskonflikte waren vorprogrammiert. Aber darüber zu diskutieren ist jetzt müssig.
Der Stadtrat ist zur Ansicht gelangt, dass eine gesundheitliche Grundversorgung mit den umliegenden Spitälern sowie einer Permanence und einem Rettungsdienst – beide relativ zentral in der Stadt stationiert – ausreichend gesichert ist.
In Notfällen, z.B. einem Herzinfarkt, ist nicht entscheidend, wie weit das nächste Spital entfernt ist (zumindest nicht bei der Spitaldichte in der Schweiz), sondern wie schnell der Rettungsdienst vor Ort ist.
Wer meint, als stationärer Pflegefall in Affoltern am Albis gepflegt zu werden, liegt nach den aktuellen Ideen der Betriebskommission falsch. Die Idee einer Kooperation mit dem Triemli ist, dass stationäre Fälle im Triemli behandelt werden und das Triemli ambulante Fälle nach Affoltern am Albis schickt. Der Stadtzürcher, der für ein ambulantes Problem nach Affoltern am Albis kommt, muss zuerst noch erfunden werden… Die Kooperation mit dem Triemli, bzw. die Funktion als Triemli-Filiale, ist also auch nicht ganz problemlos.
Stimmen die Stimmenden der Stadt Affoltern am Albis gegen das Spital, heisst das nicht automatisch, dass das Spital geschlossen wird. Dazu braucht es weitere ablehnende Entscheide. Sollte die Spital AG nicht angenommen werden, bedeutet das auch nicht den Verlust von 700 Arbeitsplätzen.
Das würde erst dann eintreten, wenn auch die IKA Langzeitpflege abgelehnt würde. Dazu bedarf es neben Affoltern am Albis markant  mehr ablehnender Gemeinden. Das ist jedoch kaum zu erwarten. Die Gemeinden haben eine gesetzliche Verpflichtung, Pflegeplätze zur Verfügung zu stellen.
Interessant zu erfahren wäre, wieviele Arbeitsplätze betroffen sind, wenn „nur“ das Spital geschlossen würde?
Im Anzeiger vom 14. Februar schrieb Thomas Stöckli von einem volkswirtschaftlichen Nutzen des Spitals von 180 Millionen Franken, der zur Hauptsache Affoltern am Albis  zugute komme. Das wäre selbst dann nicht der Fall, wenn sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (inkl . Kader und dem ganzen ärztlichen Personal) in Affoltern am Albis wohnen und das Spital nur in Affoltern am Albis einkaufen würde.
Interessant zu erfahren wäre, wieviele der gesamten Spital-Belegschaft in Affoltern am Albis oder im Bezirk wohnhaft ist?
Affoltern am Albis leidet unter einer akuten Überalterung. Das ist weiter nicht verwunderlich. Es ist für Junge und junge Familien einfach nicht interessant genug und schlicht zu teuer, was die Steuern betrifft. Stimmen die Alten der Spital AG und der IKA Langzeitpflege zu, hinterlassen sie den immer weniger Jungen eine richtig teure Erbschaft! Genau dem will der Stadtrat vorbeugen.

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