1. Januarwoche 2019

Rückblick auf das Jahr 2018

2018 ist bald vorbei. Es war ein interessantes, spannendes und intensives Jahr. Im ersten halben Jahr waren aus meiner Sicht drei Ereignisse besonders eindrücklich.

Frühlings-Gemeindeversammlung

Das erste war die Gemeindeversammlung im Frühling. Auf dem Programm stand auch der Antrag für einen Projektierungskredit für einen Neubau des Alters- und Pflegeheimes Seewadel. Der Antrag wurde gegen den erbitterten Widerstand der SP, der SVP, der CVP und der Grünen gutgeheissen. Die in Affoltern am Albis in solchen Fällen beliebte Reaktion in Form des Zurückfallens in frühkindliche Verhaltensformen fand dann auch prompt statt, diesmal in Form eines Antrages, über diesen Kredit an der Urne zu entscheiden. Damit ein solcher Antrag angenommen wird, braucht es nur einen Drittel der Stimmen der anwesenden Stimmberechtigten. Eine der wenigen Gelegenheiten, in der eine Minderheit der Mehrheit vielleicht erfolgreich eine lange Nase zeigen kann! Diese Minderheit kam denn auch mit der dafür als absolutes Minimum notwendigen Stimmenzahl zustande.
Bedauerlicherweise nutzten die erwähnten Parteien die Gelegenheit nicht, darüber nachzudenken, ob ihre Politik für den Stimmbürger nachvollziehbar sei.

Behörden-Neuwahlen

Bald darauf folgten die Neuwahlen für die Behörden. Eine ausgezeichnete Gelegenheit für die linke Parteienlandschaft, endlich diesen unbequemen Immobilienvorstand loszuwerden. Eine direkte, ehrliche und sachbezogene Meinungsäusserung ist für diese Leute nach wie vor schlimmer als Pest und Cholera zusammen. Sie spotten lieber darüber, dass eine beliebte FDP-Politikerin immer wie „aus dem Truckli“ daherkomme…
Es reichte diesem trümligen Immo-Vorstand dann tatsächlich nicht zu einer erneuten Wahl.
Die Nicht-Wiederwahl öffnete mir jedoch die Türe für eine neue, herrliche Lebensqualität. In der Folge lernte ich die Schweiz auf eine völlig neue Art intensiv kennen. Die FMS (Föderation der Motorradfahrer der Schweiz) veranstaltet jedes Jahr einen Pässewettbewerb. Dazu sind 100 Pässe und 30 Einwegstrecken zu befahren und fotografisch zu dokumentieren. Wer nun meint, er kenne die Schweiz, wird mit einer Teilnahme an diesem Wettbewerb eines Besseren belehrt! Wir haben den unbezahlbaren Vorzug, in einem wunderschönen Land zu leben!

Urnenabstimmung Projektierungskredit Seewadel

Ganz kurz: Drei Viertel der Stimmenden haben die Vorlage angenommen!
Bedauerlicherweise muss angenommen werden, dass auch dieses Resultat für die zu Beginn erwähnten Parteien wiederum kein Anlass war, ihre Haltung zu überdenken. Wahrscheinlich hat das Volk die Vorlage nicht verstanden…

Affoltern am Albis und die Spitex

Danach kam die Sommerpause, und es geschah längere Zeit nichts mehr Bemerkenswertes. Im Herbst schaffte es die Weihnachtsbeleuchtung beinahe, zum Thema zu werden, doch irgendwie verpuffte dieses Unmuts-Lüftchen relativ schnell wieder.
Und dann der Paukenschlag: Affoltern am Albis kündigt den Vertrag mit der Spitex!
Diese Nachricht erschütterte das Säuliamt nachhaltig. Eine Handlung mit weitreichender Wirkung und unabsehbaren Konsequenzen, einfach mal so auf den Tisch geknallt!
Und natürlich die Gelegenheit für die restlichen Säuliämtler Gemeinden, sich einmal mehr über die Affoltemer Un-Solidärität zu beklagen. Sich zu beklagen ist ja bekanntlich einiges einfacher, als darüber nachzudenken, wie es soweit kommen konnte. Und ob das Wort Solidarität nicht auch eine gegenseitige Angelegenheit ist…

Jahresabschluss

Jedenfalls gab es den Gemeindeoberhäuptern in der letzten Ausgabe des Anzeigers ausgiebig Gelegenheit, Unverständnis zu markieren und den „mei, mei“-Finger zu zeigen. Wenn es darum ging, waren die restlichen Säuliämtler Gemeinden schon immer solidarisch!
Und was ich in der letzten Anzeiger-Ausgabe ebenfalls typisch fand, war der Satz „Ich wünsche mir, …“. Natürlich kann man jetzt sagen, dass dieser Satz in einer Jahresend-Ausgabe normal sei.
Ist er nicht!
Er ist typisch für unsere aktuelle Gesellschaft mit ihrem unsäglichen Konsumdenken!
In einer gesunden Gesellschaft heisst der Satz „Ich trage dazu bei, …“!

In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Rutsch in ein friedvolles und in allen Belangen erfüllendes neues Jahr 2019!

3. Dezemberwoche 2018

Sprachlos

sprachlos
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sprach
sprac
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s
pssssst

W. Kreiner

Spitex I

Der Beitrag von letzter Woche fehlt. Wieso?
Ich hatte meine Sprachlosigkeit noch nicht überwunden. Die Gemeindeversammlung Anfang Dezember war ganz grosses Theater und ein Schulbeispiel von Ignoranz und Artenschutz.
Was war passiert?
Die Stadt Affoltern am Albis hat den Vertrag mit der Spitex gekündigt. Aus heiterem Himmel! So kam es wenigstens bei der Spitex und den Stimmbürgern an, auch bei mir. Kommunikation war noch nie die Stärke des alten Gemeinderates und ist sie offenbar auch nicht des neuen Stadtrates.
Was mich jedoch völlig sprachlos machte, war die Tatsache, dass die üblichen Exponenten der EVP, der SP und der Grünen (also der vereinigten Linken) sich vornehm zurückhielten mit ihren üblichen, scharfen Kommentaren. Die Leute, die sich sonst über jeden Hühnerdreck an der Gemeindeversammlung lautstark ereifern können, waren nicht zu hören!
Weshalb?
Der Hauptverantwortliche, der dafür sorgte, dass es überhaupt so weit kommen konnte, war einer der ihren! Soviel zum Thema Sachpolitik!

Spitex II

Ich sass an dieser denkwürdigen Gemeindeversammlung auf der Empore, weil meine Partnerin nicht stimmberechtigt ist, und diese Nichtstimmbrechtigten eben auf der Empore Platz nehmen mussten. Und schliesslich gingen wir zusammen an die Gemeindeversammlung.
Dass ich dadurch mein Stimmrecht verlor, finde ich nach wie vor bedenklich…
Noch viel bedenklicher fand ich jedoch, was ich auf der Empore mitbekam. Da sassen einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Spitex. Das ist grundsätzlich lobenswert, schliesslich war die Spitex an diesem Abend ja DAS Thema. Wirklich nachdenklich stimmten mich jedoch die Reaktionen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Unversöhnlichkeit war beinahe körperlich spürbar. Auch das machte mich sprachlos!
Ich kann die Menschen verstehen. Hatte doch der verantwortliche Ressortvorstand das Budget mit dem geplanten Defizit angenommen! Und jetzt wird der Vertrag gekündigt mit der Begründung, man sei nicht mehr bereit, ein Defizit zu übernehmen? Dass das nur schwer bis gar nicht nachzuvollziehen ist, kann ich gut verstehen.
Nicht verstehen könnte ich jedoch, wenn die Spitex im Stile frühkindlichen Verhaltens alles unternehmen würde, um das Projekt der Stadt mit allen Mitteln zu erschweren. Oder steht das Wohl der Pflegebedürftigen nur dann an erster Stelle, wenn man sie selber betreuen darf und der Ertrag dafür in den eigenen Sack fliesst?

Knatsch mit dem Sozialdienst

Der Anzeiger weiss, wie man Stimmung macht. Zumindest für mich wirkt der Bericht über den Knatsch mit dem Sozialdienst eher tendenziös. Wenn Sie Ihrem Gärtner den Auftrag für die Pflege ihres Gartens entziehen und dieser trotzdem weitermacht und Ihnen dafür Rechnung stellt, was machen Sie dann? Und einen neuen Gärtner haben Sie auch engagiert, und der kostet auch. Wie fänden Sie das?
Ebenfalls interessant finde ich, dass KESB-Entscheidungen vom Obergericht umgestossen werden „…wenn die betroffenen Schutzinteressen der betroffenen Person bei der Auflösung des Mandatsverhältnisses verletzt würden“. Was auch immer man sich darunter vorzustellen hat… Im umgekehrten Sinn bedeutet das also, dass der verantwortiche Beistand seine Stelle nicht wechseln darf, ebenso darf er nicht für längere Zeit krank werden und schon gar nicht darf er vor dem Verbeiständeten sterben. All das hätte ja einen Einfluss auf die Betreuung, also auf das Mandatsverhältnis.

1. Dezemberwoche 2018

Chlausmärt II

Im Affoltemer Anzeiger war bei der Berichterstattung zum Chlausmärt folgender Satz zu lesen:

Die Vielfalt der Marktstände an der oberen Bahnhofstrasse bewies auch die Anwesenheit aller massgebenden politischen Parteien.

Das Wort „massgebend“ stimmte mich etwas nachdenklich… Bei meinem Bummel durch den Chlausmärt sah ich die EVP, die EDU, die SP, die Grünliberalen, die SVP.
Kann es sein, dass ausgerechnet die Partei von Alt-Bundesrat Burkhalter die von ihm geäusserte, alte Weisheit einfach ignoriert? Oder ist sie nicht mehr massgebend?

Spitex

Auch bei diesem Thema trifft wohl Didier Burkhalters Aussage durchaus zu!